Die Überraschung zum Stadtgeburtstag:
Der Münchner Brezenreiter
Bereits zum 5. Mal reitet der Münchner Brezenreiter
dieses Jahr
seit Wiederbelebung dieser einzigartigen Münchner Tradition durch
die Münchner Altstadt.
Zur offiziellen Eröffnung des Stadtgeburtstages am 18.06.2011
beginnt das Programm
mit einem Umzug auf den Marienplatz.
Danach gibt es wieder reichlich Brezn - natürlich vom Brezenreiter
auf seinem Schimmel Ludwig! Wie jedes Jahr freuen wir uns auch dieses Mal auf Sie!
Die diesjährige Aktion wird großzügig
unterstützt durch
Vergelt's Gott!
Der Brezenreiter Marsch
Registrieren Sie sich jetzt und laden Sie sich kostenlos eine Version des Brezenreiter Marsches herunter. Die Noten von Hans Kröll und den Text von Alice Morgenstern gibt es natürlich auch dazu! Nach erfolgreicher Registrierung steht Ihnen das Forum zur Verfügung, wo Sie den Download starten können.
Ja, knapp 500 Jahre hatte die Stadt München diesen historisch einmaligen Brauch des "Brezenreiters", bis 1801! Jetzt, nach mehr als 200 Jahren, ist er wieder zurück, als altes Symbol für Münchner Brauchtum,Tradition und sozialer Verantwortung!
Am 12. Juli 1318 wurde von Burkard Wadler, einem einflussreichen und wohlhabenden Kaufmann und Bürger und seiner Frau Heilwig die „Wadlerspende" ins Leben gerufen.
Der Brezenreiter mit seinem Ross ritt einmal jährlich, durch München. Seine einfache Mission: er kündigte die Brezenspende an, welche die Eheleute Wadler mit 65 Pfund Pfennig den Armen gestiftet hatten. 3 Pfund Pfennig daraus wurden für die jährliche Brezenspende aufgewendet.
Am damaligen „Heiliggeistspital" bei der Heilig Geist Kirche am Münchner Viktualienmarkt ritt er los, mit den Worten: "Ihr jung und alte Leut, geht's hin zum Heiligen Geist, wo man die Wadler Pretzen geit!"
Einen Sack mit Brezen hatte er bereits dabei. Alle übrigen Brezen, ca. 2900 St. wurden am Heiliggeistspital ausgegeben. München hatte damals ca. 8000 Einwohner!
So zeigt er sich heute:
"Schaut her, ich komm vom Münchner Himmel
Zu Euch auf einem braven Schimmel.
Wer mich erkennt, der sagts gleich weiter:
Das ist der Münchner Brezenreiter,
so wie ihn unsere gute Stadt
schon seit dem Mittelalter hat.
Ich reit aufs neu nach altem Brauch –
Und eine Brezn kriegt ihr auch."
(Gedicht von Alice Morgenstern, Juni 2007)
Grußwort des Oberbürgermeisters
Natürlich ist der Stadtrat schuld! Wer denn sonst? Ohne den Münchner Stadtrat würde jedes Schulkind den Brezenreiter kennen, als alte Tradition aus dem 14. Jahrhundert! Als Wohltäter der Armen, die einmal im Jahr Brezen gratis kriegen. Aber nein, anno 1801 hat der Stadtrat den Brauch verboten, weil der Reiter Anstoß zu Ausschreitungen gegeben hatte: Wenn ihm die Brezen ausgegangen waren, fielen die Armen so über ihn her, dass es Krawall gab. Dabei war der Brauch wirklich ein halbes Jahrtausend lang eine Wohltat für die Ärmsten der Armen. Die Kaufmannsfamilie Wadler spendete einmal im Jahr Brezen für die Bedürftigen. Die Salzbrezen erinnerten auch daran, dass die Stadt ihren
Ursprung und Wohlstand dem Salzhandel verdankt. Schön, dass wir nach langer Pause wieder den Brezenreiter begrüßen dürfen. Krawall wird's hoffentlich nicht geben!
Ihr Oberbürgermeister
Christian Ude
KURZFILM: Interview Mit OB Christian Ude zum Brezenreiter
In Erinnerung an einen Freund zum 1. Todestag von Eoin (John) Mullarney
Wir trauern um unseren lieben Freund und den Wiederentdecker des "Münchner
Brezenreiter ", John Eoin Mullarney (*9.11.1962 - +19.07.2009)
John Mullarney verunglückte am Sonntag, dem 19. Juli, auf der Insel
Lefkas in Griechenland. John war mit Freunden beim Baden im Meer. Er wurde
von einer Welle erfasst und gegen einen Felsen geschleudert. Die sofortige
Hilfe seiner Freunde blieb ohne Erfolg, John erlag sofort seinen Verletzungen.
München verdankt John Mullarney die Wiederbelebung des alten Wohltätigkeitsbrauches
vom Münchner Brezenreiter.
John Mullarney wurde 1962 in Irland geboren und wuchs zusammen mit 10 Geschwistern auf. Nach seiner Ausbildung und verschiedenen Stationen lebte er seit 1992 in
München, wo er ein Unternehmen zum Vertrieb von Mikroalgen für
industrielle und landwirtschaftliche Anwendungen begründete. Seine
Freizeit widmete er vor allem altem Münchner Brauchtum und Traditionen.
Gemeinsam mit seinen Freunden Tobias Hörl und Matthias Puschnig erweckte
er die alte Tradition des Münchner Brezenreiters wieder zum Leben,
der in diesem Jahr zum Stadtgeburtstag im Juni 2009 bereits zum dritten
Mal aufgetreten ist.
Am 30. Juli fand das Requiem in der Heilig Geist Kirche
im Tal für ihn statt, dem Ort, wo dem Brezenreiter von den Brüdern Asam
im Deckenfresko ein Denkmal gesetzt wurde. Wir werden den "Münchner
Brezenreiter" weiter reiten lassen - in Gedenken an unseren Freund
John!